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Jahresthema

Die Bildungsarbeit des Weltladens Unterwegs hat jedes Jahr einen anderen Schwerpunkt.

 

Jahresthema 2017 ist Rohstoffe

Die Begehrlichkeiten am Öl, am “schwarzen Gold“, waren schon oft zumindest ein Grund, warum es zu Kriegen kam. Weniger bekannt sind andere Kriege um Rohstoffe. Selbst um Metalle, die für Handys und Computer unentbehrlich sind, wird heute erbittert gekämpft. Wir verkaufen in unserem Weltladen zwar keine Autos oder Handys, aber andere Rohstoffe wie Kakao oder Kaffee (und ihr Handel) sind Gründe für die Entstehung der Weltladenbewegung.

 

Rohstoffe sind natürliche Ressourcen. Sie werden aus der Natur gewonnen und direkt als Rohstoff verwendet oder weiter verarbeitet. Anbau oder Förderung sowie Weiterverarbeitung von Rohstoffen finden dabei häufig in unterschiedlichen Ländern statt. Im Welthandel stellen Rohstoffe mehr als ein Drittel aller Güter dar. Dabei wird der globale Handel über Warenterminbörsen abgewickelt. Die Preise von verschiedensten Rohstoffen (z.B. Agrar- und Energierohstoffe, Metalle) sind seit über einem knappen Jahrzehnt stetig steigernd. Bis heute werden viele Rohstoffe auf einem sehr hohen historischen Durchschnittsniveau gehandelt. Dieses lässt sich deutlich am Kaffee ablesen. In Jahr 2011 erreichten die Weltmarktpreise deutliche Peakpreise und auch der konventionelle Handel musste im Zuge dessen seine Preise deutlich erhöhen. Diese Preissteigerungen sind aber nicht nur bei Luxusgütern wie Kaffee und Kakao zu beobachten. Auch Grundnahrungsmittel wie beispielsweise Weizen sind von diesen deutlich ansteigenden Preisen betroffen. Vor allem in den Ländern des Südens machen sich diese Preissteigerungen für die einzelnen Konsumenten bemerkbar. Weizen ist als Grundversorgungsmittel wichtiger als ein Genussmittel wie Kaffee. Diese Länder sind meist auf den Import bzw. Export von Rohstoffen angewiesen, welches die Abhängigkeit zementiert und wenig Spielraum für Veränderungen lässt. Für Haushalte in Entwicklungsländern, die zwischen 50% und 90% ihrer Einkommen für Nahrungsmittel ausgeben (im Vergleich zu 10% bis 15% in Industrieländern), bedeuten hohe Preise einseitige und weniger nahrhafte Nahrung, den Verkauf von Eigentum (z.B. Land und Vieh) und die Einschränkung bei Ausgaben für Gesundheit oder Bildung. Die meist genannten Driving Effects bei den Preisentwicklungen sind die steigende Nachfrage der Schwellenländer, die Verwendung von agrarischen Rohstoffen als Treibstoff und Angebotsengpässe durch fehlende Investitionen und unzureichende Produktivitätsfortschritte. Neben diesen wichtigen Erklärungen sind aber auch die Entwicklungen auf den Finanzmärkten ein wichtiger Effekt für die Zusammensetzung der Rohstoffpreise. Seit 2002 hat sich die Struktur dieser Märkte durch die zunehmende Bedeutung von FinanzinvestorInnen wie Banken, institutionelle Investoren und Hedge Fonds, die auf Rohstoffpreise spekulieren, drastisch verändert.

Die ProduzentInnen des Fairen Handels sind von den Schwankungen auf den Rohstoffmärkten mehrfach betroffen – als VerbraucherInnen von Lebensmitteln ebenso wie als ExporteurInnen zumeist landwirtschaftlicher Produkte. Starke und kurzfristige Preisschwankungen wie in den letzten Jahren beim Rohstoff Kaffee stellen die kleinbäuerlichen Organisationen vor Herausforderungen. Sie müssen einem verstärkten Wettbewerbsdruck vonseiten der ZwischenhändlerInnen standhalten, einen erhöhten Finanzierungsbedarf decken und in der Lage sein, Preisrisiken abzusichern, um weder den inneren Zusammenhalt der Genossenschaften noch ihre eingegangenen Lieferverpflichtungen zu gefährden.

 

Fragen nach Mechanismen und Veränderungen der Rohstoffmärkte im letzten Jahrzehnt durch die z.B. steigende Bedeutung von FinanzinvestorInnen und nach Regulierungsmöglichkeiten (um z.B. Rohstoffpreise zu stabilisieren und die ökonomische und soziale Entwicklung von Ländern des globalen Südens zu gewährleisten) sowie danach, was diese Entwicklungen für den Fairen Handel bedeuten, sind die Grundlagen, mit denen wir uns im kommenden Jahr beschäftigen wollen.

 

In unserer Bibliothek finden Sie Literatur zum vielfältigen Thema Rohstoffe. Eine von uns zusammengestellte Auswahl finden Sie hier (Literaturliste Rohstoffe).

 

Jahresthema 2016 ist Migration und Flucht

Weltweit sind Schätzungen zufolge mehr als 60 Millionen Menschen auf der Flucht. Das Spektrum der individuellen Flucht- oder Migrationsursachen ist sehr komplex. Menschen fliehen vor gewaltsamen Konflikten, Menschenrechtsverletzungen oder/und politischer, ethnischer und religiöser Verfolgung. Aber auch wirtschaftliche Faktoren bewegen Menschen dazu ihre Heimatländer zu verlassen, weil sie sich in einem Land wie Deutschland neue Lebensperspektiven erhoffen. Zwar hat es schon immer Menschen gegeben, die aus den verschiedensten Gründen ihren Wohnort verlassen haben, doch hat das Ausmaß der gegenwärtigen Flüchtlingsbewegungen in Europa und die Diskussionen, die rund um das Thema stattfinden, eine neue Dimension erreicht. Diese Darstellung verdeutlicht die bildungspolitische Relevanz von Flucht und Migration und deshalb wollen wir unsere Bildungsveranstaltungen 2016 diesem wichtigen gesellschafts- und sozialpolitischen Thema widmen.


In unserer Bibliothek finden Sie Literatur zum Thema Flucht und Migration. Eine von uns zusammengestellte Auswahl finden Sie hier (Download Literaturliste).

 

Jahresthema 2015: Fairer Handel auf dem Prüfstand
Der Faire Handel ist kein homogener Ansatz, sondern beinhaltet verschiedene Herangehensweisen und Schwerpunktsetzungen. Insbesondere die beiden Wege der Produktzertifizierung durch Fairtrade einerseits und der „integrierten Lieferkette“ der Fair-Handels-Organisationen andererseits, prägen die Gegenwart der Fair-Handels-Bewegung. Was macht die besondere Qualität der „integrierten Lieferkette“ aus? Wofür stehen die 100% Fair-Händler? Macht es für die ProduzentInnen einen Unterschied? Wie können wir den Anspruch „100%“ fair zu sein, einhalten? Wie entwickeln sich Fair-Handels-Organisationen? Und wo sehen Weltladen-Aktive ihre Rolle und Aufgabe? Um Antworten auf diese Fragen zu geben, hatte sich der Weltladen Unterwegs 2015 Fairer Handel auf dem Prüfstand zum Thema gemacht und verschiedene Veranstaltungen dazu angeboten.

 

Jahresthema 2014: Brasilien
Im Jahr 2014 hat der Weltladen Unterwegs sich anlässlich der in Brasilien stattfindenden Fußball-Weltmeisterschaft dem bevölkerungsreichsten Land Südamerikas gewidmet, um über das Land zu informieren und das Profil Brasiliens bei der deutschen Bevölkerung zu schärfen. Der wichtigste Aspekt für uns war hierbei die Frage, was diese Großveranstaltung für die brasilianische Bevölkerung bedeutet. Die Stichworte, die in diesem Kontext zu nennen sind, Zwangsumsiedlung, explodierende Mietpreise, Vertreibung von KleinhändlerInnen und Obdachlosen aus dem Straßenbild, Proteste und Repression der Opposition. Die zahlreichen, teilweise gewalttätigen Proteste im Vorfeld der WM 2014 zeigten die Relevanz der Problematik deutlich auf. Besonders im Fokus standen die sozio-politischen Probleme des Landes wie die Situation der indigenen Bevölkerung, der KleinbäuerInnen und Landlosen. Wir haben uns dem Thema Brasilien auf verschiedenen Wegen genähert.