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Fairer Handel – was ist das?

„Fairer Handel ist eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Durch bessere Handelsbedingungen und die Sicherung sozialer Rechte für benachteiligte Produzenten und Arbeiter – insbesondere in den Ländern des Südens – leistet der Faire Handel einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung. Fair-Handels-Organsiationen engagieren sich – gemeinsam mit Verbrauchern – für die Unterstützung der Produzenten, die Bewusstseinsbildung sowie die Kampagnenarbeit zur Veränderung der Regeln und der Praxis des konventionellen Welthandels.“

 

Auf diese Definition für den Fairen Handel haben sich die internationalen Netzwerke der Fair-Handels-Organsiationen, in denen auch Produzentenvertreter maßgeblich beteiligt sind, im Jahr 2001 verständigt.

 

Ziele und Grundsätze des Fairen Handels (nach dem FINE-Grundlagenpapier zum Fairen Handel)

 

Die strategische Zielsetzung des Fairen Handels ist,

  • bewusst mit benachteiligten ProduzentInnen und ArbeiterInnen zu arbeiten und ihnen zu helfen, zu mehr wirtschaftlicher Sicherheit und Unabhängigkeit zu gelangen;

  • ProduzentInnen und ArbeiterInnen darin zu unterstützen, als InteressensverterInnen in ihren jeweiligen Organisationen zu fungieren;

  • auf globaler Ebene eine aktive Rolle zu spielen, um für mehr Gerechtigkeit im Welthandel zu sorgen.

 

Es gibt Grundsätze zu fünf Themengebieten des Fairen Handels: Organisationen (1), Handelspartnerschaft (2), verbesserte Handelsbedingungen (3), Absicherung der Rechte der ProduzentInnen und ArbeiterInnen (4) und der Prozess der nachhaltigen Entwicklung (5).

 

(1) Die Organisationen verpflichten sich dem Fairen Handel als ihre Hauptaufgabe. Darüber hinaus zeichnen sie sich aus durch

  • die Bereitstellung finanzieller , technischer und organisatorischer Unterstützung der ProduzentInnen;

  • die Bewusstseinsbildung in den Ländern des Nordens und des Südens;

  • die Kampagnenarbeit zur Veränderung der Regeln und der Praxis im konventionellen Welthandel.

 

(2) Handel wird als eine Partnerschaft angesehen, die auf Dialog, Transparenz und Respekt basiert und von der alle Partner profitieren:

  • Die Partner begegnen einander mit Respekt und auf Augenhöhe. Sie berücksichtigen unterschiedliche Rollen und Hintergründe.

  • Die Kommunikation ist offen und konstruktiv. Konflikte werden in Gesprächen und Schiedsverfahren gelöst.

  • In der Darstellung der Organisation, ihrer Finanzen und ihrer Struktur wird transparent und verantwortlich gehandelt. Dies gilt sowohl gemäß der jeweiligen Rechtsprechung als auch für die Vereinbarungen des Fairen Handels.

 

(3) Handelsbeziehungen werden verbessert durch

  • die Zahlung eines fairen Preises nach regionalen oder lokalen Maßstäben. Ein fairer Preis soll nicht nur die Produktionskosten (Arbeit, Material und Kapital) decken, sondern eine sozial und ökologisch verantwortliche Produktion ermöglichen;

  • die Hilfe beim Zugang zur Finanzierung vor der Ernte/Produktion (wie z.B. durch Vorfinanzierung bei Bedarf), um Produzentenorganisationen vor Verschuldung zu bewahren;

  • langfristige und verlässliche Verträge.

 

(4) Die Rechte der ProduzentInnen und ArbeiterInnen werden abgesichert und verbessert durch die Verpflichtung

  • zur Zahlung fairer Löhne, die sich nicht am gesetzlichen Mindestlohn, sondern an den Lebenserhaltungskosten orientieren;

  • zur Bereitstellung sozial verantwortbarer, sicherer und gesunder Arbeitsplätze;

  • zur Einhaltung nationaler Gesetze und die Befolgung der von den Vereinten Nationen festgelegten Menschenrechte;

  • zur Sicherstellung der Einhaltung der Kernarbeitsnormen der ILO (Internationale Arbeitsorganisation) wie z.B. keine ausbeuterische Kinderarbeit oder Zwangsarbeit.

 

(5) Langfristige Verbesserungen der wirtschaftlichen und sozialen Möglichkeiten von KleinproduzentInnen und ArbeiterInnen sowie der umweltfreundlichen Produktionsmethoden ihrer Organisationen werden erreicht durch

  • die Stärkung von Organisationen der KleinproduzentInnen;

  • die Stärkung der Eigenverantwortlichkeit der ProduzentenInnen und ArbeiterInnen sowie deren Beteiligung an Entscheidungsprozessen;

  • die Unterstützung von Aus-, Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen, insbesondere von Frauen, sowie bei der Personalentwicklung;

  • die aktive Unterstützung verantwortlicher und umweltfreundlicher Produktionsmethoden.

 

Diese Ziele und Grundsätze des Fairen Handels bilden seine Grundlage und untermauern die Kriterien und Standards, die von den Akteuren des Fairen Handels beim Monitoring eingesetzt werden.