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Jahresthema

Die Bildungsarbeit des Weltladens Unterwegs hat jedes Jahr einen anderen Schwerpunkt.

 

Jahresthema der Bildungsarbeit 2020 ist "Superfood"

Der Begriff "Superfood" bezeichnet allgemein Nahrungsmittel, die besonders positive Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden von Menschen haben sollen. Dabei wird vorausgesetzt, dass diese Nahrungsmittel eine hohe Dosis bestimmter gesundheitsfördernder Inhaltsstoffe wie Antioxidantien vorweisen oder dass sie besonders vitamin- und mineralstoffreich sind. Eine genaue, verbindliche Definition der als "Superfood" bezeichneten Produkte existiert nicht, jedoch wird der Begriff gerne im Handel eingesetzt, um bestimmte Produkte zu vermarkten.

"Superfood" ist vor allen Dingen ein boomender Markt und findet sich auch in den Regalen der Supermärkte wieder. Zu den häufig genannten Superfood-Produkten gehören "exotische" Produkte wie Chia-Samen und Quinoa, aber auch in Deutschland seit langem gängige Produkte wie Ananas, Kakao und Kaffee.

Im deutschen Lebensmitteleinzelhandel ist der Absatz von Quinoa in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Der Nachteil des Quinoabooms in reichen Ländern wie Deutschland ist, dass er auch in den Anbauländern (wie Peru und Bolivien) zu höheren Preisen führt. Das bedeutet: Wo Quinoa früher ein Grundnahrungsmittel für viele Bauern war, ist sie ihnen heute zu teuer geworden. Die Folge: Die Bauern müssen in ihren eigenen Ländern auf weniger nahrhafte Lebensmittel ausweichen. Reis und Nudeln kommen nun auf den Tisch statt das ehemalige Grundnahrungsmittel Quinoa. Eine zweite Schattenseite: „Von dem Geld, das die Verarbeiter, Exporteure, Importeure und der Einzelhandel mit Quinoa verdienen, kommt bei den Bäuerinnen und Bauern trotz gestiegener Preise nur ein geringer Teil an“, schreibt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Die Bauern müssen gerechter am Quinoa-Boom beteiligt werden (wie z.B. durch den Fairen Handel).

Die Ananas ist mit Sicherheit eines der bekanntesten und am weitesten verbreiteten „Superfood“. Um sie ranken sich Diätlegenden („Fettverbrenner“), sie soll Entzündungen bekämpfen und Krebs heilen. Dazu schmeckt die vielseitig verwendbare Frucht auch noch sehr gut. Ihre Inhaltsstoffe machen sie zu einem idealen Mitglied jeder Superfood-Liste. Wenn da nicht die Bedingungen wären, unter denen die Ananas angebaut und geerntet wird: Giftige Pestizide und Dünger in Massen zum Schutz der Monokulturen, schlecht bezahlte und unzureichend geschützte ArbeiterInnen sowie vergiftetes Trinkwasser machen aus der leckeren Ananas einen eher problematischen Gast auf dem Speiseplan.

Kakao bedeutet wörtlich übersetzt „Speise der Götter“. Rohe Kakaobohnen sollen nicht nur für eine gesunde und ausgewogene Ernährung eine wichtige Rolle spielen, sondern werden auch in der Schönheitspflege eingesetzt. Kakao zählt neben Erdöl und Kaffee zu den wichtigsten Rohstoffen auf dem Weltmarkt. Preisschwankungen und hohe Marktkonzentration prägen das Bild. Trotz wachsender Nachfrage bleibt den meisten Kleinbauernfamilien kein existenzsicherndes Einkommen. Kinderarbeit im Kakaoanbau ist vor allem in Westafrika weit verbreitet. In Deutschland werden jährlich rund 9,5 kg Schokoladenwaren pro Kopf genascht; die deutsche Schokoladenindustrie verarbeitet 400.000 Tonnen Kakaobohnen pro Jahr. Der Marktanteil von Fairtrade-Kakao liegt dabei aber nur bei etwa acht Prozent.

Lange Zeit galt Kaffee als ungesund und man sollte nur wenig davon trinken. Glaubt man neuen Studien, ist scheinbar eher das Gegenteil der Fall: Kaffee soll für die Gesundheit mehr Vor- als Nachteile haben. So enthält er Antioxidantien, die der Zerstörung von Zellen entgegenwirken und beispielweise die Leber schützen sollen. Auch wirkt sich ein regelmäßiger Konsum angeblich positiv auf das Gehirn aus und kann Alzheimer-Erkrankungen verhindern. Mit einem Anteil von 32 % ist Kaffee weiterhin das umsatzstärkste Produkt im Fairen Handel. Jede zwanzigste Tasse Kaffee, die in Deutschland getrunken wird, stammt aus Fairem Handel. Wie weit der Weg zu gerechten Handelsstrukturen dennoch ist, verdeutlicht die prekäre Situation der KaffeebäuerInnen weltweit. Angesicht von Niedrigpreisen auf dem Weltmarkt können über die Hälfte von ihnen im konventionellen Handel nicht einmal ihre Produktionskosten decken. Immer mehr ProduzentInnen geben den Kaffeeanbau auf und sehen Migration als einzigen Ausweg.

 

Das Bewusstsein für den Zusammenhang zwischen Gesundheit und Ernährung ist gestiegen. Das führt auch dazu, dass sich der Trend zum sogenannten „Superfood“ stark weiterentwickelt hat und die so bezeichneten Lebensmittel bei uns in Deutschland immer beliebter werden. Was bedeutet es aber für ihre Herkunftsländer, wo sie angebaut und geerntet werden? Mit diesen und weiteren Fragen wird sich der Verein „Unterwegs für eine gerechte Welt“ in seiner Bildungsarbeit im Jahr 2020 verstärkt auseinandersetzen.

 

Jahresthema 2019: Afrikabilder

Der zweitgrößte Kontinent der Erde gilt als Wiege der Menschheit und ist mit der Sahara als weltweit größter Wüste und dem Nil als längstem Fluss ein Kontinent der geographischen Superlative. Rund 1,2 Milliarden Menschen leben in 54 Staaten; die meisten davon in Nigeria, Ägypten und Äthiopien. In Afrika gibt es über 3.000 verschiedene Bevölkerungsgruppen und mehr als 2.000 Sprachen.

Aufgrund dieser Zahlen ergibt eine Betrachtung Afrikas zu Beginn des 21. Jahrhunderts kein einheitliches Bild. Für Pessimisten ist Afrika nach wie vor ein „verlorener Kontinent“ - eine Sichtweise, die durch Negativmeldungen über Armut oder anhaltende Konflikte berechtigt erscheint. Optimisten hingegen verweisen auf positive Entwicklungen, wie zum Beispiel, dass sich in einigen Ländern die Lebenssituation für die Bevölkerung nachhaltig verbessert hat. So sind in einigen Staaten große Fortschritte bei der Wahrung der Menschenrechte gemacht worden. Freie Wahlen haben zum Abdanken korrupter Eliten geführt und neue Ansätze zur Überwindung der Wirtschaftskrise zeigen erste Erfolge.

 

Jahresthema 2018: Fußball

 

Fußball ist weltweit einer der beliebtesten, wenn nicht sogar die beliebteste Sportart. Wenn in diesem Jahr die FIFA-Fußballweltmeisterschaft in Russland stattfinden wird, werden viele Millionen (wenn nicht Milliarden) Menschen weltweit die Spiele verfolgen. Daher hat sich der Weltladen Unterwegs schwerpunktmäßig mit der Ballsportart auseinandergesetzt, bei der zwei Mannschaften mit dem Ziel gegeneinander antreten, mehr Tore als der Gegner zu erzielen.

 

Jahresthema 2017: Rohstoffe

Die Begehrlichkeiten am Öl, am “schwarzen Gold“, waren schon oft zumindest ein Grund, warum es zu Kriegen kam. Weniger bekannt sind andere Kriege um Rohstoffe. Selbst um Metalle, die für Handys und Computer unentbehrlich sind, wird heute erbittert gekämpft. Wir verkaufen in unserem Weltladen zwar keine Autos oder Handys, aber andere Rohstoffe wie Kakao oder Kaffee (und ihr Handel) sind Gründe für die Entstehung der Weltladenbewegung.

 

In unserer Bibliothek finden Sie Literatur zum vielfältigen Thema Rohstoffe. Eine von uns zusammengestellte Auswahl finden Sie hier (Literaturliste Rohstoffe).

 

Jahresthema 2016: Migration und Flucht

Weltweit sind Schätzungen zufolge mehr als 60 Millionen Menschen auf der Flucht. Das Spektrum der individuellen Flucht- oder Migrationsursachen ist sehr komplex. Menschen fliehen vor gewaltsamen Konflikten, Menschenrechtsverletzungen oder/und politischer, ethnischer und religiöser Verfolgung. Aber auch wirtschaftliche Faktoren bewegen Menschen dazu ihre Heimatländer zu verlassen, weil sie sich in einem Land wie Deutschland neue Lebensperspektiven erhoffen. Zwar hat es schon immer Menschen gegeben, die aus den verschiedensten Gründen ihren Wohnort verlassen haben, doch hat das Ausmaß der gegenwärtigen Flüchtlingsbewegungen in Europa und die Diskussionen, die rund um das Thema stattfinden, eine neue Dimension erreicht. Diese Darstellung verdeutlicht die bildungspolitische Relevanz von Flucht und Migration und deshalb wollen wir unsere Bildungsveranstaltungen 2016 diesem wichtigen gesellschafts- und sozialpolitischen Thema widmen.


In unserer Bibliothek finden Sie Literatur zum Thema Flucht und Migration. Eine von uns zusammengestellte Auswahl finden Sie hier (Download Literaturliste).

 

Jahresthema 2015: Fairer Handel auf dem Prüfstand
Der Faire Handel ist kein homogener Ansatz, sondern beinhaltet verschiedene Herangehensweisen und Schwerpunktsetzungen. Insbesondere die beiden Wege der Produktzertifizierung durch Fairtrade einerseits und der „integrierten Lieferkette“ der Fair-Handels-Organisationen andererseits, prägen die Gegenwart der Fair-Handels-Bewegung. Was macht die besondere Qualität der „integrierten Lieferkette“ aus? Wofür stehen die 100% Fair-Händler? Macht es für die ProduzentInnen einen Unterschied? Wie können wir den Anspruch „100%“ fair zu sein, einhalten? Wie entwickeln sich Fair-Handels-Organisationen? Und wo sehen Weltladen-Aktive ihre Rolle und Aufgabe? Um Antworten auf diese Fragen zu geben, hatte sich der Weltladen Unterwegs 2015 Fairer Handel auf dem Prüfstand zum Thema gemacht und verschiedene Veranstaltungen dazu angeboten.

 

Jahresthema 2014: Brasilien
Im Jahr 2014 hat der Weltladen Unterwegs sich anlässlich der in Brasilien stattfindenden Fußball-Weltmeisterschaft dem bevölkerungsreichsten Land Südamerikas gewidmet, um über das Land zu informieren und das Profil Brasiliens bei der deutschen Bevölkerung zu schärfen. Der wichtigste Aspekt für uns war hierbei die Frage, was diese Großveranstaltung für die brasilianische Bevölkerung bedeutet. Die Stichworte, die in diesem Kontext zu nennen sind, Zwangsumsiedlung, explodierende Mietpreise, Vertreibung von KleinhändlerInnen und Obdachlosen aus dem Straßenbild, Proteste und Repression der Opposition. Die zahlreichen, teilweise gewalttätigen Proteste im Vorfeld der WM 2014 zeigten die Relevanz der Problematik deutlich auf. Besonders im Fokus standen die sozio-politischen Probleme des Landes wie die Situation der indigenen Bevölkerung, der KleinbäuerInnen und Landlosen. Wir haben uns dem Thema Brasilien auf verschiedenen Wegen genähert.