+++  AlleWeltKino am 01. April: Das Spinnennetz  +++     
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AlleWeltKino

Seit Januar 1993 zeigt das AlleWeltKino (AWK) in Mainz Spielfilme aus und über fremde Kulturen, Menschen und Lebenskonzepte. Dabei stehen die halbjährlichen Filmstaffeln jeweils unter einem Rahmenthema. Ein fester Bestandteil für die Gäste der AWK Reihen ist eine kurze Einführung in den Film und die Gelegenheit, sich mit einem/r Gastreferenten/in in einem direkten Nachgespräch zu Filminhalten und Filmproduktion auseinander zu setzen. Der Weltladen Unterwegs gehört seit Beginn 2013 zu den Mitveranstaltern des AWK.

 

Immer montags um 19:30 Uhr im Kino Palatin (Hintere Bleiche 6-8, Mainz).

Eintritt: 4,50 € - ermäßigt: 3,50 €

 

Das Thema der aktuellen Staffel (vom 11. März bis 01. Juni 2019) lautet "100 Jahre Weimarer Verfassung – Demokratie zwischen Aufbruch und Agonie".

 

Vor 100 Jahren setzte sich in Deutschland erstmals eine moderne parlamentarische Demokratie in einer Revolution durch. Seit dem sind mehr oder weniger heftige Kämpfe um diese Demokratie zu beobachten. Wer glaubt, dass wir uns dem Pessimismus der Millenniumsfilme verpflichtet fühlen müssten oder ein Kino sind, das sich um die Verlierer zu kümmern habe, irrt. Wir werden aber auch nicht das Happy End einer gereinigten Demokratie zeigen.

Ein Kino der Gefühle und ein politischer Film gehen in einem guten Werk stets Hand in Hand. Das Politische ist nicht nur Sache der Autoren und Produzenten, hängt nicht nur von der Sichtweise der Regie ab: Wir selbst sind es, die den Film zu dem machen, was Regisseure und Autoren mit ihm beabsichtigen!

 

Filme:

 

11. März              Die göttliche Ordnung

Schweiz 2016: Petra Volpe, 97 Min., FSK keine Angabe

Bereits 1959 stand die Schweizer Volksabstimmung zum Frauenwahlrecht an – mehrheitlich abgelehnt von ausschließlich männlichen Stimmberechtigten. Die Komödie von Petra Volpe zeigt am Beispiel eines kleinen, stockkonservativen Appenzeller Dorfes den bisweilen anachronistischen Kosmos einer der ältesten Demokratien der Welt.

 

01. April             Das Spinnennetz

Deutschland 1989, Regie: Bernhard Wicki, 196 Min. FSK 16

1990 mit dem Filmband in Silber ausgezeichnet und für eine goldene Palme nominiert, folgt „Das Spinnennetz“ dem ehemaligen Leutnant Theodor Lohse in den Anfangsjahren der Weimarer Republik. In seiner letzten Regiearbeit zeichnet Bernhard Wicki das Bild eines kaisertreuen und opportunistischen ehemaligen Militärs, welcher nach dem abrupten Ende seiner Karriere in der neu entstandenen Weimarer Republik seine Wege einschlägt.

In einem Satz erzählt: „Durch die wachen Nächte kreiste ohne Ende der planlose Entschluss: mächtig zu werden.“ (Die Zeit 40/1989)

 

06. Mai               Die letzte Sau

Deutschland 2016, Regie: Aron Lehmann, 86 Min., FSK12

In schwäbischer Mundart erzählt der Film auf derb-komische Weise den Kampf von Klein gegen Groß. Am Beispiel von Schweinebauer Huber, der in Konkurrenz zur industriellen Fleischproduktion auf seinem maroden Hof ums Überleben kämpft, zeigt er, was alle ahnen: Längst hat der Kapitalismus und seine Logik der Gewinnmaximierung das politische Ruder im Land übernommen. Aufklärung und Willensbildung für Verbraucher adé. Es gilt das Motto „Geiz ist geil“.

„Für diese Kleinen erhebt sich Huber zum Widerstand und wird zum Symbol für Unruhe und Freiheit. Huber tut, was er für richtig hält. Denn in einer Welt, in der ein gesunder, fleißiger und ehrlicher Mensch nicht mehr in der Lage ist, für sich selbst zu sorgen, kann etwas nicht stimmen. (www.drei-freunde.de)

 

01. Juni               Ich bin ein Elefant, Madame

Deutschland 1969, Regie: Peter Zadek, 95 Min. FSK 6

Der Schüler Rull probt an einem Gymnasium in Bremen den Aufstand und versucht, die autoritären Strukturen seiner Schule zu durchbrechen. Es entsteht eine humorvolle Protestbewegung, die eine demokratische Schulform fordert. Der Film zeigt dabei die Schüler während des Unterrichts und in ihrem Privatleben. Er entlarvt die Lehrer, die sich an der althergebrachten Form von Schule festklammern. Gleichzeitig versuchen die Schüler, die fortschrittlichen Lehrer auf ihre Seite zu bringen. Sozusagen „Die Lümmel von der ersten Bank“ in künstlerisch wertvoll mit der Musik von Velvet Underground (ausgezeichnet mit dem Silbernen Bären auf der Berlinale 1969).