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Produkt des Monats Juni

Produkt des Monats Juni: Pasta von "Libera Terra"

 

Ulrike Rogowski | 01.06.2020


Das Projekt „Libera Terra“
„Unsere Produkte sind mehr als nur Lebensmittel. Sie sind ein Zeichen des Widerstands gegen die Macht der Mafia.“ (Pater Luigi Ciotti, Gründer von „Libera terra“)


Die Mafia mit Gesetzen bekämpfen
Was in Deutschland nur als peripheres Problem wahrgenommen wird – die Macht des organisierten Verbrechens – hat für die Menschen auf Sizilien und anderen Teilen Italiens bittere Konsequenzen für den Alltag. Mit dem Projekt „Libera Terra“ gibt es Hoffnung. Ermöglicht wird dies durch die Kombination zweier Gesetze: Das Pio-La-Torre-Gesetz erlaubt dem Staat, Personen schon beim begründeten Verdacht auf Mit-gliedschaft in der Mafia zu enteignen. Ein weiteres Gesetz ermöglicht, die konfiszierten Güter zivilgesellschaftlichen Organisationen zur Nutzung zu überlassen. Darauf basierend wurden seit 2001 auf Initiative des katholischen Priesters Don Luigi Ciotti auf Sizilien und in anderen Regionen Italiens Kooperativen gegründet, um gerade jungen Menschen eine Perspektive in einem legalen Lebensumfeld jenseits der Mafia zu bieten.


Der Geschmack der Legalität
Neun “Libera terra” Kooperativen gibt es in Sizilien, Apulien, Kalabrien und Kampanien, sowie einzelne Bauern, die mit den Kooperativen zusammenarbeiten. Zu den Qualitätskriterien gehört natürlich, dass die Kooperativenmitglieder keine Kontakte zur Mafia haben dürfen. Dies wird polizeilich überprüft. Aber auch Umweltschutz, faire Bezahlung und Behandlung der ArbeiterInnen, organischer Anbau und hohe Produktqualität gehören ebenso dazu wie soziale Aktivitäten. Gleichzeitig haben die Kooperativen auch die Aufgabe, Menschen mit Behinderungen die Mitarbeit zu ermöglichen und die konfiszierten Güter im Sinne des Allgemeinwohls zu bewirtschaften. Auch übernehmen die Kooperativen in ihrem jeweiligen Umfeld Vorbildfunktion, um dadurch die Bauern mit unabhängigem Land davon zu überzeugen, sich ihnen anzuschließen und sich von der Mafia abzuwenden.


Fairer Handel wirkt!
Um die Kooperativen zu unterstützen, importiert und vertreibt das Fair-Handels-Zentrum Rheinland seit 2010 von „Libera terra“ unter anderem kontrolliert biologisch angebaute Nudeln und Feinkostspezialitäten. Diese hochwertigen mafiafreien Produkte gibt es hier im Weltladen Unterwegs.