Produkt des Monats Februar 2021: Tony's Chocolonely

Die enormen Profite der großen Schokoladenhersteller sind das Ergebnis der Ausbeutung am Anfang der Kakaolieferkette, die Menschen in extremer Armut gefangen hält. In ihrer Verzweiflung, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, greifen viele KakaobäuerInnen zu ausbeuterischer Kinderarbeit oder nutzen unbezahlte Zwangsarbeiter auf ihren Plantagen.

Diese Probleme sind seit Jahrzehnten bekannt und trotzdem ist die Industrie immer noch weit davon entfernt, die Ziele zur Beseitigung von illegaler Kinderarbeit und moderner Sklaverei zu erreichen. Auch nach nunmehr 20 Jahren hat es die Branche nicht geschafft, Verantwortung zu übernehmen und fortschrittliche Maßnahmen umzusetzen.

Illegale Kinderarbeit und moderne Sklaverei in der Kakaoindustrie lassen sich nur durch Veränderungen innerhalb der Branche lösen. Tony’s Chocolonely zeigt, dass man Schokolade auch anders herstellen kann und beweist so, dass es keine Ausreden gibt: Sie sind kommerziell sehr erfolgreich. Gleichzeitig sorgen sie für Rückverfolgbarkeit, zahlen höhere Preise, investieren in langfristige Partnerschaften, mappen alle Kakaoplantagen per GPS und machen Klimaneutralität zur Realität.

Autor*in:
Julian Schroeder
Datum:
16.2.2021

Das könnte sie auch interessieren:

Produkt des Monats Juli: Grillsaucen aus Südafrika

Rain Morgan, einer der beiden Gründer von „Turqle Trading“ ist zuversichtlich: „Der lokale Markt ist neben dem Export der Produkte die Zukunft. Das Bewusstsein der Bevölkerung für dieses Thema wächst langsam, und der Faire Handel wird auch in Südafrika bekannter. Für viele Produzentenorganisationen liegen hier echte Chancen. Wir wollen, dass nicht nur die Europäer und die Touristen in den Shops unsere Produkte kaufen, sondern dass auch immer mehr Südafrikaner den Fairen Handel unterstützen.“

Weltweite Migrationsbewegungen und Klimawandel. Kann der Faire Handel ein Handlungsansatz für den globalen Süden sein?

Im Mai 2020 fand an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz die Public Climate School statt, zu der ich als Referentin eingeladen war. Auf Grund der Kontaktbeschränkungen durch das Coronavirus wurden alle geplanten Veranstaltungen in den virtuellen Raum verlegt und anschließend der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

„Ich möchte erfahren, wie diese Gesellschaft denkt“ | Interview mit Ismaeil Alhasan

Ismaeil Alhasan ist 48 Jahre alt und kam 2016 nach Deutschland. Seitdem lebt er in Mainz. Über die Ökumenische Flüchtlingshilfe Oberstadt (ÖFO e.V.) ist er auf die entwicklungspolitische Arbeit im Weltladen aufmerksam geworden. Nun absolviert er seit Oktober 2019 ein Praktikum im Trägerverein des Weltladens Mainz (Unterwegs für eine gerechte Welt e.V.) und unterstützt die Projektstelle Flucht, Migration und Fairer Handel. Ich habe Ismaeil einige Fragen zu seiner persönlichen Situation gestellt.