Fairer Hedonismus: Pizzabrot - mal anders!

Im neuen Jahr mal was Neues ausprobieren: Pizza als fluffiges Kastenbrot mit passierten Bio-Tomaten aus Apulien/Italien und Olivenöl Extra Vergine aus Chile sowie Gewürzen aus kontrolliert ökologischem Anbau.

ZUTATEN:

500g Mehl

1 Prise Zucker (Produkt aus Fairem Handel)

1 Pck. Trockenhefe / 20g frische Hefe

2 TL Salz

150 ml Milch

50ml Olivenöl + Öl zum Bestreichen (Produkt aus Fairem Handel)

2 Eier

350 ml passierte Tomaten (Produkt aus Fairem Handel)

3 EL Pizzagewürz (Produkt aus Fairem Handel)

1 TL Pfeffer (Produkt aus Fairem Handel)

Kastenform, ca 30 cm Seitenlänge

Und so gehts:

In eine Schüssel zum Mehl den Zucker, das Salz, die Hefe und 1 EL Pizzagewürz geben und gründlich vermischen. Die erwärmte Milch und das Olivenöl zur Mehlmischung geben. Auch die beiden Eier hinzufügen und alles mit dem Knethaken des Rührgeräts zu einem glatten elastischen Teig verarbeiten. Den Teig abdecken und an einem warmen Ort für circa 1 Stunde gehen lassen, bis sich sein Volumen verdoppelt hat.

Für die Soße zu den passierten Tomaten 2 EL Pizzagewürz, 1 TL Pfeffer und 1 TL Salz geben.

Anschließend den Teig nochmals kurz durchkneten und dann auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen. Den Teig erst in Streifen und dann in Rechtecke schneiden. Die Form und die Rechtecke mit Öl bestreichen und die Teigstücke in der Form auslegen. Zwischen den Teigschichten die Soße verteilen. Im Backofen bei Ober- und Unterhitze bei 175 Grad für etwa 40 Minuten backen.

In Scheiben geschnitten und nach Belieben mit herzhaftem Belag servieren oder direkt die einzelnen Schichten aus der Form zupfen.

Zutatenempfehlungen:

Natives Olivenöl Extra Vergine aus Chile (El Puente)

Die chilienische Organisation Idexport wurde mit dem Ziel gegründet, kleine LebensmittelproduzentInnen in ihrem Produktios- und Vertriebsprozess zu unterstützen, damit diese den internationalen Markt erreichen können.

Die Produzenten sind selbständige Bauern, die von IDEXPORT bei der Vermarktung und dem Export unterstützt werden. In langfristiger Zusammenarbeit werden gemeinsame Aktivitäten und Weiterbildungen im Bereich des technischen Fortschritts und der Produktivität entwickelt. Die Bauern kalkulieren die Preise selbstständig, zu denen Idexport von ihnen kauft. Sie erhalten eine Vorfinanzierung von Idexport und Restzahlungen von den Importeuren.

Passierte Bio-Tomaten 'Tomato Revolution' aus Apulien/Italien (Altromercato)

Die passierten Bio-Tomaten von Altromercato aus Italien sind eine Besonderheit: 'Tomato Revolution' ist ein Projekt für legale und transparente Tomatenlieferketten, mit einer ökologisch und sozial gerechten Produktion in den Regionen Italiens, die besonders von der Ausbeutung von Land und Arbeiter*innen in der Landwirschaft betroffen sind. Die komplette Herstellungskette (Tomatenanbau, Ernte und Verarbeitung) ist Capolarato frei (Capolarato zu Deutsch: Unteroffizier/illegaler Arbeitsvermittler mit Nähe zu Mafia)!

Altromercato ist die größte italienische Fairhandelsorganisation, die seit 1998 mit 155 Organisationen in über 45 Ländern im Süden und Norden der Welt zusammenarbeitet.

Bio-Kräutermischung Pizza & Spaghetti (WeltPartner eG)

Alle Gewürze der Pizza- & Spaghettimischung stammen aus kleinbäuerlicher Produktion und Projekten mit einem hohen sozialen Anspruch. Um ein komplettes Bio-Gewürzsortiment mit erstklassigen Qualitäten anbieten zu können, arbeitet die WeltPartner eG seit Jahren mit den Schweizer Gewürzexperten Silvia und Peter Lendi von ERBORISTI Lendi zusammen. Die Lendis beraten weltweit ein Netz von Kleinbauern in Fragen des Bio-Anbaus und der Qualitätssicherung.

Kräuter: Oregano°*; Basilikum°*, Rosmarin°*, Majoran°*, Petersilie°, Ysop°, Liebstöckel°

° aus kontrolliert ökologischem Anbau, * Naturland Fair zertifziert (Anteil: 70%)

WEINEMPFEHLUNG:

Cabernet Sauvignon

Cabernet Sauvignon vom Weingut Koopmanskloof in Südafrika; ein trockener, vollmundiger Rotwein mit fruchtigem Beerenaroma. Die empfohlene Serviertemperatur für den veganen Wein liegt bei 17-18° Celsius.

Das Weingut liegt etwa 50 Kilometer östlich von Kapstadt in den Bottelary Hills, die zur berühmten Weinregion Stellenbosch gehören. Es besteht aus sechs Weingärten, die seit 1896 im Besitz der Familie Smit sind. Sie gehen einen ungewöhnlichen Weg: So wurde den MitarbeiterInnen 2008 ein Weingarten überschrieben. Gleichzeitig wurden sie zu 18 Prozent MiteigentümerInnen am Produktionsunternehmen Koopmanskloof Wingerde (Weinreben, Produktionsanlage und die Marke „Koopmanskloof“). Bereits 2007 hatte ein ehemaliger leitender Angestellter die Leitung von Koopmanskloof Wingerde übernommen. Insgesamt befinden sich zurzeit 51 Prozent der Anteile am Unternehmen Koopmanskloof im Besitz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – eine außergewöhnlich starke Beteiligung der schwarzen Bevölkerungsmehrheit.

Auf dem Weingut leben zurzeit 104 Beschäftigte mit ihren Familien. Sie sind an den Aktien von Koopmanskloof Wingerde beteiligt, wodurch sie automatisch am Gewinn beteiligt sind und damit auch eine Absicherung im Alter haben. Eine gewählte Vertretung setzt sich aktiv für ihre Interessen ein. Die Angestellten und die Saisonarbeitskräfte erhalten u.a. bezahlten Urlaub und Krankengeld. Die MitarbeiterInnen müssen für ihre Wohnhäuser keine Miete zahlen und in zehn Jahren gehen die Häuser in ihren Besitz über. Auf dem Weingut gibt es eine Krippe für die Kinder der Beschäftigten, die dort auch essen können. Schuluniformen und Gebühren für höhere Schulen werden ebenfalls von Koopmanskloof bezahlt.

Autor:innen
Klara Diesler & Julian Schroeder
Datum
22.1.2021

Das könnte sie auch interessieren:

Mainzer Konfi-Tage 2020 im Weltladen Unterwegs

Wie viele Flüchtlinge gibt es laut der Vereinten Nationen weltweit? Aus welchen Gründen verlassen Menschen ihre Heimatländer? Und wo leben die meisten Geflüchteten? Diese und weitere Fragen mussten die Mainzer KonfirmandInnen im Rahmen der Mainzer Konfi-Tagen 2020 an der Station im Weltladen Unterwegs beantworten.

Ein Leben in Würde? – Hoffentlich irgendwann mal

„Und was ist mit den Menschen passiert nachdem sie verhaftet wurden?“ frage ich. Wie in einem Nebensatz beginnt mein Gegenüber Foltermethoden aufzuzählen und mir welche zu beschreiben für die es im deutschen nicht einmal einen Namen gibt. Ich muss erst einmal durchatmen. Was hier für mich so grauenhaft und unvorstellbar klingt, war jedoch für Ismaeil lange Zeit Alltag.

„Ich möchte erfahren, wie diese Gesellschaft denkt“ | Interview mit Ismaeil Alhasan

Ismaeil Alhasan ist 48 Jahre alt und kam 2016 nach Deutschland. Seitdem lebt er in Mainz. Über die Ökumenische Flüchtlingshilfe Oberstadt (ÖFO e.V.) ist er auf die entwicklungspolitische Arbeit im Weltladen aufmerksam geworden. Nun absolviert er seit Oktober 2019 ein Praktikum im Trägerverein des Weltladens Mainz (Unterwegs für eine gerechte Welt e.V.) und unterstützt die Projektstelle Flucht, Migration und Fairer Handel. Ich habe Ismaeil einige Fragen zu seiner persönlichen Situation gestellt.